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Diverses:Wort zum Sonntag/KW 18 2017


Das Eichhörnchen hat hier nichts zu suchen, sieht dafür aber echt gut aus.

(zaubert einen Zettel aus seinem Hut)
Fünf Themen: Schicksalswahl, noch eine Schicksalswahl, Cosplayer, Satire und musikalische Klogriffe.
Okay, los!


Südlich von Dänemark[Bearbeiten]

TV-Duell im NDR (dramatisierte Darstellung)

Die Karten werden am Sonntag in Schleswig-Holstein neu gemischt: Die AfD steht bei ungefähr fünf bis sechs Prozent und zittert um ihren Einzug in den Landtag. Wer sich fragt, woran es liegt, dass die Neurechten nicht so abgehen wie das HB-Männchen, kann einmal kurz in sich gehen und sich fragen, wer der Spitzenkandidat dieser Partei ist.
Niemand eingefallen? Oh.
Wer aber im nördlichsten deutschen Bundesland ansässig ist, kann vielleicht zwei Kandidaten kennen: Torsten Albig, amtierender Ministerpräsident und Mitglied der SPD, und Daniel Günther, kein Ministerpräsident und Mitglied der CDU. Beide haben gemeinsam, dass sie zu unwichtig sind, um bei uns einen eigenen Artikel zu haben. Das wird bald sowieso nicht mehr nötig sein, denn spätestens in zehn Jahren ist Schleswig-Holstein aufgrund der globalen Erwärmung eh abgesoffen. Beide klatschten schon, von uns vermutlich völlig zurecht ignoriert, Ende April in einem TV-Duell aufeinander ein, während der Primetime des NDR. Völlig außen vor blieben dabei aber leider die Spitzenkandidaten der anderen Parteien. Der bekannteste dürfte noch Wolfgang Kubicki von der FDP sein (ebenfalls kein Artikel bei uns). Überhaupt - die schleswig-holsteinische FDP ist sowieso ein Sonderfall für sich. Während die Liberalen in allen Wahlen nach 2009 gnadenlos abgeschmiert sind, stilisierten sich die Gelben an der Doppelküste zu Asterix und Obelix hoch und blieben deutlich im Landtag. Und selbst jetzt mümmeln sie irgendwo bei zehn Prozent herum.
Welche Parteien stehen dann noch zur Wahl? Die Piraten, 2012 noch mit mehr als acht Prozent in den Landtag eingezogen, sind klinisch so tot, dass sie in Umfragen nicht mehr ausgewiesen werden können. Die Linkspartei kratzt ebenso wie die AfD an der Fünf-Prozent-Hürde, allerdings anders als ihre Gegenspieler von der anderen Seite; von unten.
Solche Sorgen haben die Dänen nicht. Ja, der schleswig-holsteinische Landtag ist in dieser Situation etwas ganz Besonderes, und das schon seit 1955: Durch einen Pakt mit dem Teufel den Skandinaviern wurde der Südschleswigsche Wählerverband, kurz SSW, von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen - der feuchte Traum einer jeden Kleinstpartei. Vielleicht sollte die Stupidedia ja selber mal eine Partei gründen und sich auf Minoritäten berufen. Anders als Martin Sonneborns Spaßgruppe Die PARTEI sind wir als österreichische Satiriker, die über deutsche Länderpolitik in Gegenden, die sowieso bald ein riesiges Sea Life werden, schreiben, doch in einer deutlichen Minderheit. Wir fordern angemessene Repräsentation in allen Land-, Bundestagen und Europaparlamenten. Wir können die Probleme der Politik vielleicht nicht lösen. Aber wir können darüber lachen.

Synonym für Hirntumor[Bearbeiten]

Typischer Hacker bei der Arbeit. Auch zu Hause sind Maske und Handschuhe Pflicht, um online weder Gesicht noch Fingerabdrücke zu hinterlassen.

Aber hey, heute wird noch woanders gewählt. Schon wieder. Ein Land, das Schnecken und Frösche als Delikatesse ansieht, nicht weiß, wie man anständig Brötchen rollt und sie stattdessen wie eine Wurst macht und dessen Nationalflagge nur an den Rändern abgeschnitten werden muss, damit man im Falle eines Kriegsfalles schnell aufgeben kann, kann am Sonntag darüber entscheiden, ob der lebendig gewordene Hirntumor der Nation Metastasen in die Regierungsbank streuen oder ob ein fleischgewordenes Satzzeichen das höchste Amt in Frankreich bekleiden kann: Die Schnösel haben die Wahl zwischen Marine Le Pen vom Front National und Emmanuel Macron von...äh...(Blätter raschel)...nichts. Stichwahl ist das Zauberwort. Der Kandidat, der Frankreich vor den Rechten bewahren soll, ist tatsächlich jemand, der keiner Partei angehört, seinen Wahlkampf selbst finanzierte, ein eigenes Programm aufstellte und...holy shit, das ist ein europäischer Donald Trump! Na ja, vermutlich ist diese Version aber deutlich besser als der US-amerikanische Präsident, da Macron das genaue Gegenteil von Le Pen ist: Er verdiente sein Geld auf anständige Weise, denn er erbte von seinem Vater, während Le Pens Familie das Geld schon immer hatte. Er ist auf einem Elitegymnasium gewesen, während sie auf einem Elitegymnasium war. Er hat studiert, während sie studiert hat. Für die untere soziale Schicht in Frankreich sind das ganz grandiose Wahlmöglichkeiten.
Spaß beiseite: Macron ist für die Europäische Union, Le Pen ganz klar dagegen. Nicht nur gegen die EU, sondern auch gegen Globalisierung, NATO und keine Ahnung, was noch zum Bullshitbingo dazugehört. Am heutigen Abend wissen wir mehr, wer gewählt wird und wohin es mit der Europäischen Union geht. Denn - aufgepasst, liebe Briten: Die Franzosen haben wenigstens noch was zu sagen innerhalb des multinationalen Geflechts. Tja. Schade, ihr lieben Inselaffen.
Zu allem Übel kommt hinzu, dass Russland (wer sonst? China?) Macron auch noch gehackt haben soll. Leider, leider dürfen sich weder Le Pen noch Macron dazu äußern, denn die Franzosen haben ein ziemlich blödes Gesetz: Seit Samstag, 0:00 Uhr, ist Wahlkampf verboten. Keiner der Kandidaten darf mehr etwas sagen, keine Zeitung darf mehr Umfragen publizieren, das alles bis heute, 20:00 Uhr. Der parteilose Kombattant darf sich nicht dazu äußern, kann nicht mal sagen, dass die Hacks vielleicht Fake sein könnten - und Fakenews stehen in Frankreich unter Strafe. Unter anderem deshalb trauen sich die Zeitungen bisher nicht, irgendetwas dazu zu schreiben, denn journalistische Sorgfalt - die BILD-Redaktion kramt jetzt schon den Duden hervor, um das Wort zu suchen - wird noch ein bisschen größer geschrieben als "SchnellschnellwirmüssendieErstenseindiedasmelden".
Aber schon vorher hatten die Kandidaten genügend Möglichkeiten, sich selbst zu präsentieren; so unter anderem beim TV-Duell, das wesentlich mehr Personen erreichte als es der NDR jemals könnte und bei dem es diese Woche auch nicht um Inhalte, sondern um Persönlichkeiten ging. Hätten sich Le Pen und Macron nur mit "Du kaltherziger Banker!" und "Du Parasit!" beleidigt...oh Moment, das haben sie tatsächlich. Sie dürfen nun entscheiden, wer was zu wem gesagt hat. Hach, Französisch müsste man können, dann könnten wir auch noch mehr darüber berichten. So müssen wir abwarten, wer gewinnt: Der Banker oder der Parasit.

Du Schlingel[Bearbeiten]

Cosplayer (männlich)

Diese Woche mal bei Twitter gewesen? Nein? Okay. Masterfrage: Wie können Sie einer kompletten Community zum kollektiven Lachanfall verhelfen?
Für die Antwort müssen wir in die Welt von pubertierenden Jugendlichen, postpubertären jungen Erwachsenen und präpubertären Lolis tauchen, die alle überdimensionierte Augen haben wollen und zweidimensionalen Charakteren hinterherrennen: Cosplayern. Deren ureigene Plattform Animexx ist von einer Nachricht heimgesucht worden, die einen gratis Eintritt für eine der größten Anime- und Manga-Conventions, der Dokomi, in Düsseldorf versprach - natürlich nur, wenn Sie zwischen 18 und 25 Jahre alt sind, nicht rauchen, ein paar Küsschen geben können und so weiter und so fort...und, wenn Sie mindestens drei Mal "Du Schlingel" hauchen können. Was wie eine Nachricht von einem notgeilen Dreißigjährigen klingt, ist tatsächlich eine Nachricht eines notgeilen Dreißigjährigen. Oder auch nicht, denn mittlerweile hat sich eine Studiengruppe dazu bekannt. Und nicht irgendeine Studiengruppe, nein, die sehr bekannte von der Universität...äh...hoppla, haben die wohl vergessen, anzugeben.
Aber unter dem Deckmantel der Wissenschaft kann man natürlich alles machen, selbst, junge Erwachsene veralbern. Es unterstreicht die Stereotype, mit denen der Text hier einleitete und über die sich schon der SWR echauffierte: Es geht bei dem ganzen Japanscheiß letztlich doch nur um Hentai, auf ernsten Messen haben diese fröhlich-dreinblickenden, pornösen Menschen sowieso nichts verloren. Damit holen sie Deniz Yücel auch nicht aus dem türkischen Gefängnis.
Dumm nur, dass damit nur ein Teilaspekt dieser Subkultur beleuchtet wird. Es lohnt sich, mal ein wenig genauer hinzuschauen, denn spätestens dann erfahren Sie, dass Sie möglicherweise auch ein Teil dieses abscheulichen japanischen Schwachsinns waren: Ich sage nur Heidi, Biene Maja und Wickie. Alles Zeichentrickserien vom Inselstaat im Fernen Osten.
Falls Sie also vom 02. bis 04. Juni 2017 in Düsseldorf sind und irgendwelche knapp bekleideten Frauen rumlaufen sehen, wissen Sie jetzt Bescheid, warum. Vielleicht sprechen Sie sie einfach mal mit "Du Schlingel" an, dann ernten Sie auch ein paar Lacher. Ansonsten gilt aber: Die können sich kleiden, wie sie wollen, also lassen Sie Ihre Finger bei sich, Sie Schlingel.

Mal ganz überspitzt[Bearbeiten]

"Nazi-Schlampe" (Zitat! ZITAT! Bitte nicht verklagen!!)

Die politische Korrektheit ist echt nervig. Stets muss man aufpassen, andere Leute nicht zu beleidigen oder auf ihren Gefühlen rumzutrampeln. Ständig kommt die Sprachpolizei - und das nicht in Form des Deutschlehrers aus der Schulzeit - und sagt "Das darfst du aber nicht sagen!", woraufhin die Neurechten dann mit "Das wird man aber wohl noch mal sagen dürfen!" antworten und weiterhin mit der linguistischen Flak herumballern, als würden sie gleich sterben. Wörter können durchaus verletzend sein, aber die Alternative Deutsche von heute interessiert das einen Scheiß: Sie fordert eine Abkehr von der politischen Korrektheit. Schließlich hatte die AfD auch schon vorher Jan Böhmermann unterstützt, als dieser mit scharfer Zunge gegen den türkischen Diktator (was ist der jetzt eigentlich de jure?) Recep Tayyip Erdoğan künstlerisch tätig war, weil all das ja von der Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt war.
"Cool!", dachte sich Christian Ehring, seines Zeichens Moderator von extra 3 beim NDR (huch, schon wieder der Sender!), "dann zeigen wir der Partei mal, was das bedeutet" und bezeichnete die Spitzenkandidatin der AfD, Alice Weidel - beachten Sie bitte den roten Link, die scheint also unwichtig zu sein - als, Zitat, "Nazi-Schlampe" - immerhin hatte sie beim AfD-Bundesparteitag in Köln genau diese Forderung gestellt.
Weidel fand das allerdings gar nicht so super und drohte dem Sender prompt mit einer Klage. Was fällt Ehring ein, einfach so Satire zu machen und die Forderung der AfD, politisch nicht korrekt sein zu wollen, mit politischer Unkorrektheit auf die Spitze zu treiben wie einst der blasse dünne Junge aus Köln? Liebe Frau Weidel, wer politische Unkorrektheit fordert, darf sich nicht wundern, wenn damit mal der ein oder andere ein wenig über die Stränge schlägt. Täte er es nicht, wäre er ja politisch korrekt. Argh, was für eine Zwickmühle.
Und wo sie gerade dabei ist, beschwert sich Weidel gleich auch noch öffentlich darüber, dass ihre Homosexualität ausgeschlachtet wird. Das sei etwas Privates. Möglicherweise ist es politisch ja nicht korrekt, Privates in aller Öffentlichkeit auszuschlachten. Aber hey, sehen wir es mal von der Seite: Weidel selbst hat damals damit angefangen. Und warum sollte die Frage nicht erlaubt sein, ob sie, die sie in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, nicht vielleicht doch in einer Partei falsch ist, die ihr bisheriges Leben so nicht dulden möchte? Wäre ja möglicherweise interessant für die Wählerinnen und Wähler. Nicht, weil sie homosexuell ist. Sondern, weil sie sich für eine Partei einsetzt, die sie diskriminieren möchte, weil sie in einer Lebenspartnerschaft lebt.
Aber zu so einer Unterscheidung scheint sie entweder nicht fähig oder willens zu sein. Ebenso wenig, wie sie sich über die Konsequenzen ihrer Forderungen nach politischer Unkorrektheit im Klaren ist.

Wap-bap, ba-da-di-da-da[Bearbeiten]

Klingt wie ein Tritt in den Arsch: Wa-bap und so weiter.

Step aside, Rebecca Black, YouTube hat einen neuen Star am Himmel!
Wer sich mal für das interessiert, was die eigene Tochter im Internet macht, hat sicherlich schon mitbekommen, dass Bianca Heinicke ihren ersten Song herausgebracht hat. Wie, die kennen Sie nicht? Vielleicht sagt Ihnen ja Bibis Beauty Palace etwas mehr. Auch nicht? Mann, sind Sie alt.
Der Song von Bibi ist...na ja, sagen wir mal, verbesserungswürdig. Nicht nur, dass der Text relativ sinnlos ist - das allein muss ja nicht unbedingt was heißen; Axel F. kam sogar ganz ohne Text aus - auch die Melodie und das Video sind ein ziemlicher Griff ins Klo. Was aber viel interessanter ist, sind die Reaktionen der Fans. Es erinnert ein bisschen an Björn Höcke: Der harte Kern findet alles Hervorgebrachte echt super, egal, wie bescheuert es tatsächlich ist, alle anderen finden es, gelinde gesagt, fürchterlich daneben. Unter anderem ein Grund, weshalb die Dislikes bei YouTube die Likes um ein zehnfaches überbieten.
Letztlich kann es Bibi aber auch scheißegal sein, was die meisten denken oder was wir hier tippen, denn schlussendlich zählen die Aufrufzahlen und wie viele Leute wie Beatrix von Storch einmal aus Versehen auf der Maus ausrutschen und auf die Werbung klicken. Und die harte Fanbase kauft sich den Song, ob der nun ungefähr 99,9% der Weltbevölkerung gefällt oder nicht. Damit bleibt immerhin noch eine potenzielle Kundschaft von 7,5 Millionen Menschen. Wenn jeder von denen 1,29€ bei iTunes zahlt, sind das...9,675 Millionen Euro! Okay, dafür würde ich vermutlich auch irgendeinen Scheiß produzieren.
Aber eine Sache muss Wap-bap, ba-da-di-da-da trotzdem noch schaffen: Justin Biber hat mit Baby rund sechs Millionen mehr Dislikes. Way to go!


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